Was kostet ein neues Dach?

Was kostet ein neues Dach?

Marktspannen aus deutschen Kostenrechnern, Stand Juli 2026, und die Frage, wann Reparatur reicht.

Warum die Frage so schwer zu beantworten ist

Ein Dach ist kein Katalogartikel. Zwei Häuser mit gleicher Grundfläche können sich in der Dachfläche um ein Drittel unterscheiden, weil das eine ein flaches Pultdach hat und das andere ein steiles Satteldach mit zwei Gauben. Dazu kommt, dass ein großer Teil der Arbeit erst sichtbar wird, wenn die alte Deckung herunten ist.

Trotzdem hilft eine Größenordnung, um ein Angebot einzuordnen. Die folgenden Werte stammen aus öffentlich zugänglichen deutschen Kostenrechnern und Ratgeberportalen, Stand Juli 2026. Sie sind eine Orientierung und keine Preise dieses Portals.

Die Spannen im Überblick

  • Neueindeckung Steildach ohne Dämmung: etwa 80 bis 150 Euro je Quadratmeter
  • Komplette Dachsanierung inklusive Dämmung: etwa 150 bis 350 Euro je Quadratmeter, bei hohem Aufwand darüber
  • Deckmaterial allein: etwa 15 bis 140 Euro je Quadratmeter, je nach Ziegel, Schiefer oder Blech
  • Arbeitslohn für Verlegung und Montage: etwa 60 bis 120 Euro je Quadratmeter
  • Entsorgung der Altdeckung: etwa 10 bis 25 Euro je Quadratmeter
  • Gerüststellung: etwa 5 bis 10 Euro je Quadratmeter Dachfläche

Für ein Einfamilienhaus mit rund 150 Quadratmetern Dachfläche nennen die Rechner für eine komplette Sanierung häufig Beträge zwischen 15.000 und 35.000 Euro.

Was die Spanne nach oben oder unten zieht

Das Material ist der größte einzelne Hebel. Ein Betondachstein liegt am unteren Ende der Materialspanne, Schiefer am oberen. Dazwischen liegen Tondachziegel in vielen Varianten.

Der zweite Hebel ist der Zustand der Unterkonstruktion. Trägt die Lattung noch, bleibt sie liegen. Ist sie durchfeuchtet, kommt ein kompletter Aufbau dazu, und die Rechnung wächst um einen spürbaren Anteil.

Der dritte Hebel ist die Zugänglichkeit. Ein freistehendes Haus mit Platz rundum lässt sich schnell einrüsten. Ein Reihenhaus in enger Bebauung, an dem das Gerüst über einen Nachbargarten geführt werden muss, kostet Zeit und damit Geld.

Reparieren oder erneuern

Diese Entscheidung fällt nicht am Preis, sondern am Zustand. Eine Faustregel, die Betriebe häufig nennen: Solange Unterspannbahn und Lattung intakt sind und der Schaden örtlich begrenzt bleibt, ist die Reparatur die wirtschaftlichere Wahl. Sobald mehrere Stellen gleichzeitig auffallen und die Deckung im Bestand spröde ist, wird jede Reparatur zur Zwischenlösung, für die trotzdem ein Gerüst nötig ist.

Ein Gerüst zweimal zu stellen, ist der teuerste Weg. Wer weiß, dass in absehbarer Zeit ohnehin mehr ansteht, bündelt die Arbeiten.

Wie Sie zwei Angebote vergleichbar machen

Verlangen Sie Positionen, keine Endsumme. Ein Angebot, das Fläche, Material mit Hersteller, Lattung, Unterspannbahn, Entsorgung und Gerüst getrennt ausweist, lässt sich mit einem zweiten vergleichen. Eine Zahl unter einer Zeile Text lässt sich mit gar nichts vergleichen.

Quellen der genannten Spannen: wadag-bedachungen.de, handwerk.cloud, daibau.de, handwerkerjobkit.de. Abgerufen im Juli 2026. Marktpreise verschieben sich, prüfen Sie den Stand vor einer Entscheidung.

Checkliste für den Angebotsvergleich

Wenn diese Punkte im Angebot stehen, können Sie zwei Betriebe gegeneinander halten. Fehlt die Hälfte davon, fragen Sie nach.

  • Ermittelte Dachfläche in Quadratmetern
  • Deckmaterial mit Hersteller und Modellbezeichnung
  • Umfang der Arbeiten an Lattung und Unterspannbahn
  • Entsorgung getrennt ausgewiesen
  • Gerüst mit Standzeit
  • Anschlussarbeiten an Schornstein, Gauben und Ortgang
Zur Dachsanierung

Häufige Fragen zu den Kosten

Die Quellen weisen das unterschiedlich aus. Achten Sie im konkreten Angebot darauf, ob Netto- oder Bruttobeträge genannt sind. Für private Auftraggeber ist der Bruttobetrag die relevante Zahl.

Die Dachfläche ist größer als die Grundfläche, weil die Neigung dazukommt. Für eine erste Schätzung genügt der Grundriss mit einem Zuschlag je nach Neigung. Verbindlich misst der Betrieb beim Vor-Ort-Termin auf.

Bei Entsorgung und Räumung ist das manchmal möglich, das sprechen Sie mit dem Betrieb ab. Arbeiten auf dem Dach selbst gehören aus Gründen der Arbeitssicherheit und der Gewährleistung in Fachhände.

Im Frühjahr und im Spätsommer sind die Betriebe am stärksten ausgelastet. Wer flexibel ist und einen Termin im Winterhalbjahr akzeptiert, hat mitunter eine bessere Verhandlungsposition. Garantieren lässt sich das nicht.

Weil wir die Leistung nicht selbst erbringen und einen veröffentlichten Preis auch einhalten müssten. Wir vermitteln an Meisterbetriebe, und die kalkulieren nach Aufmaß.

Ein Meisterbetrieb misst auf und rechnet konkret. Unverbindlich und schriftlich.